Europäischer Erfinderpreis 2018: Zwei Deutsche Erfinder im Rennen

15 Mai 2018

München (ots) - Die Online-Abstimmung für den Publikumspreis des Europäischen Erfinderpreises 2018 hat begonnen: Auch zwei deutsche Erfinder gehen ins Rennen um die Gunst der Öffentlichkeit. Der Biophysiker Jens Frahm ist in der Kategorie "Forschung" für seine bahnbrechenden Entwicklungen für die Magnetresonanztomographie nominiert. Thomas Scheibel schuf nach dem Vorbild der Natur künstliche Spinnenseide und ist einer von drei Finalisten in der Kategorie "KMU (Kleine und mittlere Unternehmen)". Außerdem sind der Ingenieur Erik Loopstra (NL) und der Physiker Vadim Banine (NL/RUS) mit ihrem Team für die Entwicklung der extrem ultravioletten Lithographie (EUVL) nominiert, die bei ASML und mit dem deutschen Optikunternehmen ZEISS entstand.

Insgesamt stehen 15 nominierte Finalisten aus 13 Ländern für den Publikumspreis des Europäischen Erfinderpreises 2018 zur Wahl (Vorstellung aller Nominierten (https://www.youtube.com/watch?v=Qj0MxPuvkFI)). Die Öffentlichkeit ist aufgerufen, bis zum 3. Juni auf https://popular-prize.epo.org/de/ für ihren Favoriten abzustimmen. Bis zum Ende des Votings ist eine Stimmabgabe alle 24 Stunden möglich.

Der Gewinner des Publikumspreises wird bei der Preisverleihung des Europäischen Erfinderpreises am 7. Juni in Paris, Saint-Germain-en-Laye, bekannt gegeben. Auch die Teilnehmer der Abstimmung haben eine Gewinnchance: In diesem Jahr werden 25 intelligente I Lock-IT-Fahrradschlösser mit energieeffizienter Bluetooth-Technologie verlost.

Der Europäische Erfinderpreis wird jährlich vom Europäischen Patentamt (EPA) an außergewöhnliche Erfinder verliehen. Während die Gewinner der fünf Kategorien des Wettbewerbs - Industrie, Forschung, Nicht-EPO-Staaten, KMU (Kleine und mittlere Unternehmen) und Lebenswerk - von einer internationalen Jury ausgewählt werden, entscheidet die Öffentlichkeit, wer den Publikumspreis während der Verleihungszeremonie erhält.

Unter den Finalisten des Europäischen Erfinderpreises 2018 sind sechs Erfinderinnen, vier davon in führender Rolle. Damit gibt es in diesem Jahr die meisten weiblichen Erfinder seit der ersten Verleihung des Europäischen Erfinderpreises im Jahr 2006.

Die 15 herausragenden Erfinder und Erfinder-Teams für den Publikumspreis
Kategorie "Industrie": Das Erfinderteam um den niederländischen Ingenieur Erik Loopstra und den niederländisch-russische Physiker Vadim Banine haben bei ASML und mit dem deutschen Optikunternehmen ZEISS die Extrem UV-Lithografie (EUVL) zur Herstellung schnellerer und leistungsstärkerer Chips entwickelt. Das dänische Team um Gaute Munch und Erik Hansen konzipierte programmierbare LEGO®-Roboter-Bausätze. Und die französischen Experten Agnès Poulbot und Jacques Barraud (verstorben) entwickelten ein selbsterneuerndes Reifenprofil für Schwerlastfahrzeuge.

Kategorie "Forschung": Der deutsche Biophysiker Jens Frahm hat bahnbrechende Entwicklungen für die Magnetresonanztomographie (MRT) erarbeitet und sie damit erst in die klinische Praxis gebracht. Das britische Ehepaar Eileen Ingham und John Fisher CBE, entwickelte "biologische Gerüste" und verbesserte damit die Heilungsaussichten von Patienten in der regenerativen Medizin. Das polnische Team um Jacek Jemielity, Joanna Kowalska und Edward Darzynkiewicz schuf stabile Boten-Ribonukleinsäure (mRNA)-Verbindungen, die neue Ansätze zur Behandlung von Krebs eröffnen.

Kategorie "Nicht-EPO-Staaten": Stephen Dewar (Kanada), Philip Watts (USA / Kanada) und Frank Fish (US) ließen, inspiriert von Walen, effiziente Windturbinenblätter patentieren. Der brasilianische Erfinder und Softwareentwickler Alex Kipman konzipierte die "Mixed-Reality"-Datenbrille, die als Microsoft HoloLens bekannt ist. Und die amerikanische Chemieingenieurin und Erfinderin Esther Sans Takeuchi entwickelte langlebige, kompakte Batterien, die winzige implantierbare Herzdefibrillatoren (ICDs) versorgen.

Kategorie der "KMU (Kleine und mittlere Unternehmen)": Der deutsche Biochemiker Thomas Scheibel hat eine neue Faser geschaffen, die einer extrem starken künstlichen Spinnenseide gleich kommt. Der schwedische Industriedesigner Mehrdad Mahdjoubi erfand, ursprünglich im Rahmen seiner Arbeit für das Weltraumprogramm der NASA, eine ressourcenschonende Kreislaufdusche. Die irische Produktdesignerin Jane Ní Dhulchaointigh und ihr Team kreierte einen Mehrzweckklebstoff, der Alltagsgegenstände reparieren und nach Bedarf verändern kann.

Kategorie "Lebenswerk": Die Schweizer Physikerin Ursula Keller hat die führende Technologie hinter den ultraschnellen Lasern in zahlreichen industriellen und medizinischen Anwendungen entwickelt. Der produktive französische Erfinder und Unternehmer Jacques Lewiner, dessen Namen Hunderte von Erfindungen tragen, einschließlich Rauchmelder, medizinische Sensoren sowie Internetverbindungen. Und der dänische Windkraftpionier Henrik Stiesdal, der eine Reihe von Entwicklungen zum Aufbau und der Gestaltung von Windturbinenblättern sowie zur grünen Energie erfunden hat. Mehr Informationen zum Publikumspreis und zum Voting unter: https://popular-prize.epo.org/de/

Über den Europäischen Erfinderpreis
Der Europäische Erfinderpreis (http://www.epo.org/learning-events/european-inventor_de.html) ist einer der renommiertesten Innovationspreise Europas. Im Jahr 2006 vom EPA ins Leben gerufen, zeichnet er einzelne Erfinder und Erfinderteams aus, deren bahnbrechende Erfindungen Antworten auf einige der größten Herausforderungen unserer Zeit geben. Die Finalisten und Gewinner werden von einer unabhängigen Jury (http://www.epo.org/learning-events/european-inventor/jury_de.html) internationaler Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Forschung ausgewählt. Sie prüfen die Vorschläge hinsichtlich ihres Beitrages zum technischen Fortschritt, zur sozialen Entwicklung, zum wirtschaftlichen Wohlstand und zur Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa. Die Preisverleihung findet am 7. Juni in Paris, Saint-Germain-en-Laye, statt.

Über das EPA
Mit fast 7.000 Mitarbeitern ist das Europäische Patentamt (EPA) (http://www.epo.org/index_de.html) eine der größten Behörden in Europa. Sein Hauptsitz ist in München; Niederlassungen gibt es in Berlin, Brüssel, Den Haag und Wien. Das EPA wurde mit dem Ziel gegründet, die Zusammenarbeit zwischen den Staaten Europas auf dem Gebiet des Patentwesens zu stärken. Dank des zentralisierten Verfahrens vor dem EPA können Erfinder hochwertigen Patentschutz in bis zu 44 Staaten erlangen, die zusammen einen Markt von rund 700 Millionen Menschen umfassen. Das EPA ist außerdem weltweit führend in den Bereichen Patentinformation und Patentrecherche.

Quelle-Foto: obs/Europäisches Patentamt (EPA)/EPA / Tom Maurer

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